Was ist ein Regelinsolvenzverfahren?

Insolvenzanmeldungen, wo man nur hinschaut. Quelle ist wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs. Bis Mitte diesen Jahres haben über 19 000 Unternehmen Insolvenz angemeldet. In dieser Statistik des Statistischen Bundesamts sind dennoch nicht die privaten Haushalte bzw. die Privatpersonen vermerkt, die ebenso vor der Pleite stehen.

Insolvent sein heißt, dass der Schuldner seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern nicht mehr nachgehen kann. Gründe dafür hängen mit einer akuten bzw. einer drohenden Zahlungsunfähigkeit oder einer Überschuldung zusammen. Auch wenn die Finanzkrise ihren Wendepunkt erreicht zu haben scheint, wird es noch lange dauern bis die Unternehmen und die Privatpersonen ihre finanziellen Engpässen überwunden haben.

Die Unternehmensressourcen sind leer, die Durststrecke scheint für viele kein Ende mehr zu nehmen. Deswegen ist das Thema „Regelinsolvenz“ für uns alle von Bedeutung. Denn die Abläufe sind für Wirtschaftslaien bzw. für die privaten Haushalte gänzlich oder zumindest teilweise unklar. So ist es beispielsweise ein weit verbreiteter Irrglaube, dass es notwendigerweise zu einer Unternehmensschließung kommen muss, sobald der Schuldner insolvent ist.

Im Insolvenzverfahren wird das bestehende Vermögen durch einen Insolvenzverwalter verwaltet, der dieses so zu händeln pflegt, dass die Gläubiger beschwichtigt werden können. Als Privatperson kommen zwei Arten in Frage, die die Insolvenzordnung vorsieht. Zum einen das Regelinsolvenzverfahren und zum anderen besondere Verfahren, wie das Verbraucherinsolvenzverfahren oder das Nachlassinsolvenzverfahren.

Wenn ein Selbstständiger keine übersichtlichen Vermögensverhältnisse mehr aufzeigen kann, d.h. wenn er gegenüber mehr als 19 Gläubiger Außenstände hat, wird das Regelinsolvenzverfahren eingeleitet. Der Tätigkeit kann aber trotz des Insolvenzverfahrens weiter nachgegangen werden, da das Verfahren nicht mehr finanziell gedeckt werden muss (durch eine Stundung der Verfahrenskosten). Die Chancen auf einen Neuanfang sind damit viel höher.

Um schuldenfrei zu werden bzw. zu bleiben, sollte man sich frühzeitig bemühen, entsprechende Spezialisten aufsuchen, die eine kompetente Beratung bieten. Denn je tiefer man in die Schuldenfalle hinein gerät, desto handlungsunfähiger werden die Unternehmen bzw. die Privatpersonen. Da die Insolvenzverfahren auf den ersten Blick recht unübersichtlich erscheinen, empfiehlt es sich, sich frühzeitig mit den entsprechenden Verfahren vertraut zu machen.

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